Furtlehner: Falsche Mythen um die Wehrpflicht

Furtlehners Blog

„Ein Berufsheer ist der Wunsch jener Kreise, die unbedingt im Ausland Krieg spielen wollen. Und das können sie mit einem reinen Wehrpflichtigenheer natürlich nicht. Die wollen ein Berufsheer, weil sie dann keine Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen müssten“ meint Eduard Paulus, Präsident der Offiziersgesellschaft (Der Standard, 18.7.2010).

Die Geschichte bestätigt diese Auffassung freilich nicht. Denn die schrecklichsten Kriege des 20. Jahrhunderts, Kriegsverbrechen inklusive, wurden nicht von Berufsarmeen geführt, sondern von Wehrpflichtigen die gegen ihren Willen „freiwillig“ zur K.u.K.-Armee oder zur Nazi-Wehrmacht eingezogen wurden, vielfach auch (zumindest zu Kriegsbeginn) mit Begeisterung für das „Vaterland“ in den Krieg gezogen sind. Daher ist die Formel „Berufsheer = Krieg“, was im Umkehrschluss dann wohl lauten soll „Wehrpflicht = Frieden“, etwas gar zu simpel, wurden doch in allzu vielen Kriegen nur zu gerne Wehrpflichtige geopfert.

So verwundert es schon sehr, wenn sich heute ausgerechnet manche Friedensgruppen einer solchen Argumentation bedienen und als eifrige Verteidiger des…

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